EINFAMILIENHAUS IM ALLGÄU
Studie, 2026
Die Form des Alltäglichen
„Die freien Künste sind gewissermassen Ausnahmen des täglichen Lebens, wir wenden uns zu ihnen, wenn wir Befreiung vom Täglichen suchen. Die Architektur dagegen als die rhythmische Fassung unserer täglichen Lebensbedürfnisse bildet den ruhigen Hintergrund, auf den sich dann das Ausserordentliche des Lebens aufbauen mag.“ Hermann Muthesius: Die Werkbund-Arbeit der Zukunft und Aussprache darüber, Jena 1914
Die meisten Gebäude begleiten uns unbemerkt. Gerade darin liegt ihre Bedeutung. Architektur gehört nicht zu den Ausnahmen des Lebens. Sie bildet den Rahmen des Alltäglichen.
Architektur muss nicht aussergewöhnlich sein. Sie muss nicht immer überraschen, provozieren oder Aufmerksamkeit erzeugen. Wichtiger ist die Frage, ob sie dem Leben der Menschen entspricht, die sie nutzen.
Ein Haus entsteht aus dem Versuch, den gewöhnlichen Dingen des Lebens einen angemessenen Ort zu geben.
Die Form ist nicht Selbstzweck. Sie entsteht aus der Auseinandersetzung mit den Anforderungen einer Aufgabe, mit ihrer Nutzung, ihrer Konstruktion, ihrem Ort und ihren Proportionen. Aus dem Bemühen, für die Dinge das richtige Verhältnis zu finden.
Wo diese Aspekte in ein stimmiges Verhältnis treten, entsteht mehr als die Summe ihrer Teile. Schönheit vielleicht?
GARTENHAUS
Studie, 2026
„Ich trachte meine Bauten zu neutralen Rahmen zu machen, in denen Menschen und Kunstwerke ihr eigenes Leben führen können. Um das zu tun, ist eine respektvolle Haltung den Dingen gegenüber notwendig. Auch die Natur sollte ihr eigenes Leben leben. Wir sollten uns hüten, sie mit der Farbigkeit unserer Häuser und Inneneinrichtungen zu stören. Doch wir sollten uns bemühen, Natur, Häuser und Menschen zu einer höheren Einheit zusammenzubringen.“
— Ludwig Mies van der Rohe
Wohnen bedeutet, in Beziehung zu treten: mit einem Ort, mit Mitmenschen, mit einem sozialen und zeitlichen Kontext und – im Fall dieses Gartenhauses – mit der Natur. Daraus ergibt sich die Frage nach der Position eines Hauses: Wie kann ein Haus Eigenständigkeit entwickeln, ohne den Ort zu dominieren?
Das Haus sucht weder die Auflösung in der Landschaft noch die Inszenierung. Es tritt selbstbewusst in einen ruhigen Dialog mit dem Ort. Seine Wirkung entsteht nicht aus formalen Gesten, sondern aus Proportion, Zweck und dem sorgfältigen Verhältnis zur Landschaft.
Das Gartenhaus bewegt sich zwischen Eigenständigkeit und Versöhnung, zwischen Geborgenheit und Weite. Es sucht eine Einfachheit, die nicht banal ist, und eine Noblesse, die kein Luxus ist.
AUSSICHTSTURM ISNY
Wettbewerb 1. Rang, 2009
Struktur und Erscheinung
„Struktur als Prinzip und immanente Ordnung wird verwirklicht durch Konstruktion, aber erst die Tektonik macht Struktur und Konstruktion künstlerisch sichtbar und verhilft ihnen zum Ausdruck.“
Eduard F. Sekler
Jedes Bauwerk beruht auf Ordnung. Lasten werden getragen, Kräfte weitergeleitet, Bauteile gefügt. Meist bleibt diese Ordnung verborgen. Sichtbar wird das fertige Gebäude, nicht aber die Prinzipien, die ihm zugrunde liegen.
Dieser Holzturm geht einen anderen Weg. Er entsteht aus der Schichtung eines einzigen Bauelements. Aus der Wiederholung einzelner Bretter entwickelt sich eine räumliche Struktur, die Tragwerk, Hülle und Erscheinung zugleich ist. Die Form folgt keiner äusseren Gestaltidee. Sie entsteht aus den Möglichkeiten und Konsequenzen des Systems selbst.
Was konstruktiv notwendig ist, wird räumlich erfahrbar. Im Aufstieg verdichtet sich die Struktur, Licht dringt zwischen die Bretter, Ausblicke öffnen sich und schliessen sich wieder. Was aus der Ferne als kompakte Masse erscheint, wird im Inneren zu einer Folge unterschiedlicher Raumerfahrungen.
Die Konstruktion trägt nicht nur das Bauwerk. Sie bildet seinen Raum und prägt seinen Ausdruck. Struktur und Erscheinung fallen zusammen.
Wo dies gelingt, entsteht eine Architektur, deren Wirkung nicht hinzugefügt werden muss. Sie liegt bereits in der Art und Weise, wie die Dinge gefügt sind.
STUDIEN FÜR DEN NATURPARK PAPE
01 Aussichtsplattform Pape Nationalpark, 2017
02 Trekking cabin Pape Nationalpark, 2017
AUSGEWÄHLTE PROJEKTE AUS MITARBEITEN
Projekte in Mitarbeit bei: GIUBBINI ARCHITEKTEN ETH SIA
Golfacademy, Domat Ems (CH), 2011 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Wohnhaus Aquasanastrasse, Chur (CH), 2012 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Projekte in Mitarbeit bei: CLAVUOT DIPL. ARCHITEKT ETH SWB
Wohn- und Geschäftsüberbauung Pulvermühle, Chur (CH), 2013 – 2017 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Wohnhaus Blaues Kreuz, Praden (CH), 2016 (Projektleitung & Bauleitung)
Kindertagesstätte Montalin, Chur (CH), 2017 (Projektleitung & Bauleitung)
Residenza St. Joseph, Ilanz (CH), 2018 - 2021 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Umbau ehemalige Pflegerinnenschule, Ilanz (CH), 2018 - 2021 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Erweiterung Schulanlage Grava, Laax (CH), 2019 - 2023 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Neubau Balkon Eichenberger, Chur (CH), 2022 (Projektleitung & Bauleitung)
Umbau Verkaufslokal Zanetti, Chur (CH), 2023 - 2024 (Projektleitung & Bauleitung)
Neubau Alterswohnungen Haus Esche Cadonau, Chur, 2023 - 2026 (Projektleitung & gestalterische Leitung)
Einfamilienhaus Palu, Haldenstein, 2024 - 2026 (Projektleitung & Bauleitung)